KdF3

FREIheit kostet was! – Qualität hat ihren Preis

„Erfurter Erklärung" (RESOLUTION) der Konferenz der Freien, veranstaltet von den Landesverbänden des DJV in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Die Umfrage der Landesverbände des DJV in Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zur wirtschaftlichen und sozialen Situation von freien Journalistinnen und Journalisten widerspiegelt die Situation in der Medienbranche, die durch Konzentrationsbestrebungen, ständig kleiner werdende (Honorar)Etats, Stellenstreichungen, erhöhte Leistungsanforderungen geprägt ist. Volontäre werden nicht übernommen, Festangestellte zur Selbständigkeit gezwungen, Absolventen der Hochschulen auf einen ungewissen Markt entlassen – der Konkurrenzkampf unter den Freien nimmt an Schärfe zu. Die wirtschaftlichen Umwälzungen gefährden die Qualität im Journalismus.

Vergleicht man die Einkommen mit den Verdienstmöglichkeiten in anderen Freien Berufen, so rangieren die Journalisten eindeutig im unteren Gewinnbereich. Mehr als die Hälfte der befragten Freien verfügt lediglich über ein monatliches Nettoeinkommen von rund 1.000 Euro. Dieses kommt nach dem Gesetz des Marktes von Angebot und Nachfrage zustande, was in der Regel zum Preisdiktat der Verwerter wird.

Ausgehend von der aktuellen Zustandsbeschreibung erhebt die Erfurter Konferenz der Freien folgende Forderungen.

Forderungen an alle Freien (Journalistinnen und Journalisten)

- Kein Honorardumping untereinander – für mehr Qualität im
  Journalismus,
- Aufbau von Netzwerken.

Forderungen an den DJV

- Dringen auf Eintritt der Verwerter in Verhandlungen,
- Entwicklung von Angeboten für freie Journalistinnen und Journalisten, wie
  Existenzgründungsberatung und Betreuung in der Anlaufphase,· Beratung
  und Förderung bei der Bildung von Journalistenbüros,

· Bedarfsgerechte Qualifizierungsangebote zur Herausbildung
  beruflicher und unternehmerischer Fertigkeiten,

- Konsequentes Eintreten für eine qualitätsgerechte Honorierung und
  eine bessere soziale Grundabsicherung.

Forderungen an die Verwerter

- Eintritt in Verhandlungen mit dem DJV über angemessene
  Vergütungen im Sinne des neuen Urhebervertragsrechts und die
  bundesweite Ausdehnung der 12a-Tarifverträge,

- Honorierung von Mehrfachverwertungen journalistischer Leistungen
  und Qualität. Exklusiv-Rechte müssen die Ausnahme sein und höher
  honoriert werden.

- Orientierung der Mindestvergütung an der Mittelstandsempfehlung,

- Kostenerstattung für erforderliche Aufwendungen zur Herstellung
  journalistischer Produkte.

Forderungen an die Politik

- Weitere Stärkung der Autorenrechte, damit freie Journalistinnen und
  Journalisten wirklich unabhängig zur Meinungsvielfalt in den Medien
  beitragen können,

- Keine Einbeziehung freiberuflicher Journalisten in die Gewerbesteuer,

- Kein Zurück hinter Standards, die das Künstlersozialversicherungsgesetz
  festschreibt.

- Regelungen zum Schutz hauptberuflich tätiger Journalistinnen und
  Journalisten vor Dumpingpreisen.